2017

Posted on by

 
 
 

Benjamin Moravec
 
29. Juni bis 13. August 2017
 
 

Moravec_kl_600

„sans titre“, 2017, Öl auf Leinwand, 190x150cm

 
Theatralisch, beinahe surreal, immer konstruiert und bühnenartig bewegen sich die Gemälde von Benjamin Moravec am schmalen Grat zwischen Realität und Virtualität.
Düstere, unheimliche Räume beherbergen auf einem staffeleiähnlichen Konstrukt ein „Bild im Bild“, auf dem eine strahlende, fast romantische Landschaft erscheint; in verwirrend faszinierenden Tableaus überlagern sich seltsame Raumgebilde mit dem Bild einer menschlichen Figur; Landschaftsdarstellungen werden durchbrochen von irritierenden Bildflächen. Moravec geht es dabei stets um „Wirkung von Bildern auf unsere Wahrnehmung von Realität“ und um die Untersuchung, wie Menschen mit der heutigen Masse an Bildern fertig werden.

 
 
 

 

 
Jasmin Schmidt: Rätsel der Arena

 
9. März bis 13. April 2017
 

 
jasmin_titelbild
Guirlande d`amour
 

 
Baumschlangengrün, Indischgelb, Feuerrot, und Ultramarinblau – die neuen Arbeiten von Jasmin Schmidt bestechen durch ihr intensives Kolorit. Tritt man den großformatigen Werken gegenüber, so taucht man ein in eine Welt, welche sich aus unzähligen Farb-Nuancen zusammensetzt. Strukturiert werden die Bilder durch Muster. Wie feine Wegenetze auf einer Landkarte ziehen sie sich in mehreren Schichten über die Bildoberfläche. Durch ihre Überlagerungen und die gegenläufigen Verschiebungen kreieren sie ein äußerst eigenwilliges Raumgefüge, dessen Tiefe und Ausmaße nur schwer optisch zu erfassen sind. Ähnlich wie Barnett Newmans Farbfeld-Malereien fordern sie den Betrachter auf sich im Bildraum zu verlieren. Anders als bei Newmans nur aus Farbe bestehender Malerei, beginnt hier unser auf Muster ausgerichtetes Denken jedoch unmittelbar damit, die Strukturen zu ordnen und nach Assoziationen zu suchen. Woher kommen uns die Wabenmuster bekannt vor? Und wo haben wir die verzogenen Rauten schon einmal gesehen?

Die Grundlage für die ‚Cover’ Gruppe ist eine Jugendbuchreihe aus den 1970er Jahren, deren Umschlaggestaltung durch ihre ungewöhnliche Struktur auffällt. Die Künstlerin hat die Form- und Farbelemente aufgegriffen und frei übersetzt – entstanden sind Bilder, die durch eine ungewöhnliche Mischung aus spannungsreicher Dynamik und geometrischer Harmonie auffallen und die unter anderem an die Gestaltung von Spielbrettern erinnern. Waben, Rauten, sternförmige Anordnungen begleiten auch uns als Betrachter seit der frühesten Kindheit. Bereits Friedrich Schiller thematisiert die Wichtigkeit des Spiels für den Menschen. Und der Kulturantrophologe Johan Huizinga geht davon aus, dass sich aus der Freude am reinen Tun, das sich selbst belohnt und keiner Außenbestätigung bedarf, die menschlichen Fähigkeiten erst entfalten und kulturelle Schöpfungen wie die Kunst entstehen. So können Jasmin Schmidts Arbeiten nicht zuletzt als Hommage an das kreative Potential des Menschen gelesen werden.

Diese Reminiszenz zeigt sich auch im Titel, jedoch auf zweideutige Weise. Das „Rätsel der Arena“ bildet eine Metapher für die Entstehung der Arbeiten. Denn zum einen beschreibt die Künstlerin, dass die Kunst für sie ein Spielplatz ist, auf welchem die Bilder „in einem Spannungsfeld von Entdeckungen, Konkretem, Assoziativem und auf den Wegen, die die unterschiedlichen Kombinationen daraus bereithalten“ entstehen. Andererseits kann man das Atelier als Arena betrachten, in der die stetige Auseinandersetzung um die Formfindung ausgetragen wird. Das Rätsel der Arena, den intuitiven Moment der Inspiration, werden weder die Künstlerin selbst noch wir als Betrachter je lösen können – doch zeigen die Arbeiten, wenn wir sie mit spielerischer Neugier betrachten, dass wir auf der richtigen Spur sind.
Anne Simone Krüger, Kunsthistorikerin M.A., Hamburg
 
 
 
 

Virtual Art Experience
28. Januar 2017
12 bis 18 Uhr
Cafe Herrlich, Nonnengasse 12-14, 90402 Nürnberg
 
vae_web