2013

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Ludwig Hanisch: VERSUS 

27. November 2013 bis 16. Januar 2014    

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Equipment (2013)

 

Galerie Sturm freut sich, die Einzelausstellung “VERSUS” mit neuen Malereien des Künstlers Ludwig Hanisch präsentieren zu dürfen.

‘Versus’ – eine aus dem lateinischen stammende Präposition, die im deutschen mit ‘gegen’ übersetzt wird – suggeriert als Titel von Ludwig Hanischs Ausstellung den Moment der Konfrontation im doppelten Sinne: Einerseits zitieren die Motive seiner jüngsten Malereien die Ästhetik alter Zweikampf-Computerspiele, so genannter Beat’ em Ups (engl. für “Schlag sie zusammen”). Dabei treten aus den Prügelspielen entnommene Figuren, wie Ritter, Ninjas oder Kick-Boxer, in kämpferischen Posen als Protagonisten auf und stehen sich entweder innerhalb einer Arbeit, oder getrennt durch die Distanz der Rahmen zweier Bilder gegenüber. ‘Versus’ beschreibt jedoch gleichzeitig das von Hanisch inszenierte Duell künstlerischer Formensprachen, in dem er einige seiner Bilder auf ihre verpixelten Alter-Egos treffen lässt. Er nennt diese neu entstandenen Kontrahenten ‘LowBit’ Malereien – sie sind spiegelverkehrte Gegenbilder bereits existierender Arbeiten und gleichen sich durch ihre rastergrafische Farbaufteilung an das ursprüngliche Sujet der Beat ‘em Up Spiele an.

Die Verpixelung der Bilder macht dabei nicht nur auf Hanischs sorgfältigen und stimmungssetzenden Umgang mit Farbkompositionen aufmerksam, sondern deutet auch auf seinen bewusst abwägenden Arbeitsprozess hin: Die vollendeten Malereien unterliegen längeren Entwicklungsvorgängen des Übermalens und Zerstörens, des Suchens und Neuerschaffens. So formte sich die Vorlage für das großformatige Bild „Equipment“ – der zentralen Arbeit der Ausstellung – aus einem über zwei Monate gemalten Ninja-Motiv, das Hanisch erst fotografiert, dann übermalt, schließlich verpixelt und neu entstehen lassen hat.

Hanisch verwendet primär Acrylfarbe und Acrylspray, die er auf Papier appliziert. Wie etwa in der kleinformatigen Arbeit “Kreuzritter”, lassen die mehrfach aufgetragenen Farbschichten einige Bildflächen auf der dünnen Malunterlagen plastisch wirken, während andere Abschnitte nach gezielten Zerstörungen Löcher und abgebröckelte Ecken aufweisen. Diese vermitteln den Eindruck, als übertrage der Künstler dabei das gewaltsame Element, das Gegeneinander und auch den körperlichen Aspekt der Prügelspiel-Motivik direkt auf seine eigene künstlerische Praxis und damit auf den Entstehungsprozess seiner Malereien.

Christiane Bergelt, geboren 1982 in Marienberg, studierte am Chelsea College of Art and Design, London und bei Prof. Thomas Hartmann und Prof. Christine Colditz an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg. Die Künstlerin lebt und arbeitet bei Berlin.

 

 

 

 Jude Griebel: How You Were Made

10. Oktober bis 21. November 2013

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Wheat country (2013)

 

Galerie Sturm freut sich, die Einzelausstellung “How You Were Made” des Künstlers Jude Griebel präsentieren zu dürfen.

Für seine erste Einzelausstellung in Deutschland hat der kanadische Künstler Jude Griebel eine Serie von figurativen Papier-Mache Skulpturen erarbeitet, die im Zusammenhang mit der ländlichen Umgebung seiner Heimat stehen. Die Landschaft, die Jahreszeiten und das raue Klima der kanadische Prärie inspirieren den Künstler in seinem Arbeitsprozess und lassen sich als wissenschaftliche, wie persönliche Quellen aus den Skulpturen herauslesen. Objekte und Symbole der traditionellen Landwirtschaft werden gezielt in die Arbeiten integriert und verknüpfen Vorstellungen des ursprünglichen Ackerbaus mit Gefühlen der Nostalgie. Die romantisierte Beziehung zur Natur wird von Griebel jedoch nicht nur inszeniert, sondern auch hinterfragt: seine künstlerische Formensprache wirft einen kritischen Blick auf die Entwicklung der industrialisierten Landwirtschaft und bricht das harmonische Bild des Säens und Erntens.

Jener Bruch entsteht durch verstörende, visuelle Elemente, welche die physische Integrität von Griebels fiktionalen Figuren erschüttern und die beiden Extreme von Wachstum und Verfall gegenüberstellen: Während sich die beiden Objekte “How You Were Made (Bees)” und “How You Were Made (Wool)” in die Embryonalhaltung zurückziehen und somit auf Fruchtbarkeit und Erschaffung hinweisen, sinken andere skulpturale Körper tief in die Erde – sie kollabieren, schmelzen, verbrennen und lösen sich schließendlich ganz in der Natur auf. Diese tragische Erzählung wird auch in der zentralen Arbeit “Wheat Country” als Dilemma suggeriert: Sie zeigt eine körperlichen Landschaft im Balanceakt – genutzt von der Agrarwirtschaft, ausgenutzt von der Erdölgewinnung.

Die Skulpturen bestehen aus Epoxyd-Harz, Ölfarbe und Papier-Mache japanischer Tücher. Für diese Reinterpretation des traditionellen Papier-Mache Handwerks experimentiert Jude Griebel kontinuierlich mit dem Material und recherchierte dessen Handhabung etwa in einer Modellierungsproduktion für die Day of the Dead Feste in Mexiko. Auch andere Materialien, wie Holz, menschliches Haar oder Glas werden in dem Formprozess von ihm eingearbeitet. Jude Griebel modelliert die Figuren so lange, bis sie als stabile Malunterlage dienen, auf die er zuletzt Öl und Alkyd aufträgt.

 

 

 

 

Peter Kalkhof: COLOUR SPACE TIME

18. Juli bis 25. August 2013

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Space in between (1966)

 

Galerie Sturm freut sich, die erste Einzelausstellung mit Malereien von Peter Kalkhof bekannt geben zu dürfen. “COLOUR SPACE TIME” zeigt ausgewählte Arbeiten seines Oeuvres aus den letzten sechs Jahrzehnten und ist die erste retrospektive Präsentation des Künstlers in Deutschland.

Peter Kalkhof wird nicht müde seiner Neugierde nachzugehen. Es sind die breiten Horizonte der Natur, die unendlich scheinende Distanz zum Himmel und das Unbekannte der kosmischen Ferne, die den deutschen Maler bereits seit Jahrzehnten berühren und zum Kunstschaffen inspirieren. Seine abstrakten Malereien folgen seit den frühen 1960er Jahren konsequent einer immer wiederkehrenden Bildsprache, die sich mit strengen Formen der Geometrie und einer leuchtenden Palette aus Primär- und Sekundärfarben ausdrückt.

Das imposante Farb- und Formspektrum seiner Kunst erzeugt Kalkhof aus Eindrücken, die er bei seinen unzählige Reisen in ferne Länder sammelt und verarbeitet. Umgewandelt in abstrahierte Metaphern, bedient sich der Künstler den exotischen Sinneswahrnehmungen und lässt sie schließlich subtil in seine farbstarken Malereien einfließen. Dabei entwickelte Kalkhof eine auffällige Faszination für emotional aufgeladene Symbolfarben, religiöse Architektur und sakrale Geometrie, wie etwa die ägyptischen Pyramiden, die Indonesischen Tempel und die Sakralbauten der Maya in Mexiko. Kalkhofs Kompositionen gehen jedoch über seine Naturerfahrungen hinaus und entwickeln für ihn einen symbolischen Nutzen, einen eigenen Kosmos. Im Prozess der Reduktion, oder vielmehr der Konkretisierung seiner Impressionen, schält er die visuelle Ebene der realen Wahrnehmung bis auf ihre essenzielle Zusammensetzung herunter: Auf Farbe und Raum.

Während die Architekturen aus Kalkhofs Reiseerinnerungen seiner Kunst fortwährend eine persönliche Note geben, hegt der Künstler ansonsten ein rationales Verhältnis zur Geometrie. Kalkhof dient sie vor allem als Werkzeug, als “Grammatik, zur Komposition eines Bildes”. Dreiecke, Kreise, Linien oder Quadrate treffen und überschneiden sich. Sie umschließen Farbfelder, kreieren Kontraste und Ordnungssysteme. Im Gegensatz zu den sachlichen Formen, vermitteln die Farben Sinnlichkeit. Sie werden intuitiv ausgewählt – fungieren als emotionales und persönliches Vokabular.

Auch in der Ausstellung “COLOUR SPACE TIME” steht die Neugierde nach dem Unbekannten und dem Fernen, dem Kosmos und der Natur im Vordergrund. Obwohl die gezeigten Arbeiten in verschiedenen Schaffensphasen des Künstlers entstanden sind, treten sie als Einheit auf und nähern sich den großen Fragen mit sinnlichem Instinkt (vielleicht eher: mit Gefühl und Intuition?). Seine Suche distanziert sich von einer intellektuellen Herangehensweise. Genau deshalb, so sagt Kalkhof, male er.

 

 

 

 

Christiane Bergelt: Tandaradei

23. Mai bis 7. Juli 2013

In Wellen
In Wellen, 2013

 

Galerie Sturm eröffnet am 23. Mai ihre neue Ausstellungshalle in Nürnberg.
Auf der Fläche von 60 m² in der Galgenhofstraße war ursprünglich eine Spenglerei untergebracht.
Durch die zurückhaltende Renovierung des Raumes mit Oberlichtern und bis zu 4,5 m hohen Wänden entstand ein neuer, reizvoller Ort für die Präsentation zeitgenössischer Kunst.
Zur Eröffnung zeigt Galerie Sturm die in Berlin lebende Malerin Christiane Bergelt in einer Einzelausstellung mit dem Titel „Tandaradei“.

In dieser Präsentation nähert sich Christiane Bergelt mit malerischen Mitteln der dialektischen Verbindung von Fremde und Intimität. So findet sich diese widersprüchliche Beziehung bereits im Ausstellungstitel “Tandaradei” wieder – ein lyrischer und bis heute kaum geläufiger Neologismus, den der mittelalterliche Schriftsteller Walther von der Vogelweide in seinem Lied “Under den Linden” als lautmalerische Bezeichnung für den Gesang von Nachtigallen schöpfte. Als Tenor für Bergelts neue Papierarbeiten begleitet der fremdartige Klang des Titels die Kompositionen und umgibt sie mit einem Gefühl der Unbestimmtheit.

Obwohl ein gegenständlicher Bezug in ihren großen, wie kleinen Arbeiten stets präsent ist, weicht Bergelt von narrativen Darstellungsformen ab und spürt anstatt dessen einer schemenhaften Tiefe nach, die sich hinter den vertrauten Gestalten figürlicher Elemente auftut. In fließenden Übergängen spielt sie so mit den Grenzen der Figuration und lässt bewusst realistische Details außen vor: Ein Baumstumpf, ein Portrait, ein Paar Oberschenkel werden von der Künstlerin mit dicken Pinselstrichen aus Öl und Gouache übermalt, eingeritzt oder verwischt, sodass die von ihr ausgewählten Materialen – die Konsistenz der Farbe, das Papier, die Leinwand – eine eigene Körperlichkeit entwickeln.

In diesem, für die Künstlerin essenziellen Spannungsverhältnis der Materialien mit- und gegeneinander, spürt sie dem Gleichgewicht zwischen melancholischen und gleichzeitig unbeschwerten Wirkungsdimensionen nach: Während die großen Arbeiten durch ihre Eindringlichkeit und farbliche Kühle herausstechen, vermitteln die kleineren Portraitformate Intimität und Nähe. Bergelts Arbeitsprozess orientiert sich dabei weniger an einem kalkulierten Ergebnis, als vielmehr am malerischen Zufall – eine Überraschungsstrategie, welche sie mittels Material- und Kompositionsexperimenten provoziert. Auch die Auswahl der Farben unterliegt einem intuitiven Vorgang, den Christiane Bergelt über die Wirkung der Bilder entscheiden lässt.

 

 

 

 SCOPE Basel 2013

10. Juni bis 16 Juni 2013

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Jochen Pankrath: …auf Papier

29 März bis 22 Mai 2013

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Tobias Buckel: Pad

31. Januar bis 28. März 2013

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